Die Jungdesignerin müsst ihr kennen!!!

Jungdesignerin Anastasia Strugaleva Interview

Die Jungdesignerin Anastasia Strugaleva startet mit ihrem eigenen Label voll durch. Gebürtig kommt Anastasia aus Moskau, erst vor vier Jahren kam sie nach Düsseldorf um am Fashion Design Institut ihre Ausbildung zum Fashion Designer zu beginnen. Heute startet sie voll durch mit ihrem eigenen Label Furredo.


Ihre erste große Fashion Show hatte die Designerin in Moskau während der Fashion Week und bekam gleich die Aufmerksamkeit der Medien. Ihr Markenzeichen: die Matroschka, die traditionelle Figur zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Kollektion. Erinnert ihr euch noch an meinen Bericht über die Matrjoschka und ihre inspirierende Wirkung?

Inna: Anastasia, wie bist du auf die Idee gekommen die Matrjoschka, als dein Markenzeichen zu nutzen?

Anastasia: Jede Kollektion sollte auch ein wenig aus der Kostümgeschichte inspiriert sein. Für meine Kollektionen habe ich die Geschichte Russland und Asiens verbunden. Wenn du genau hinschaust erkennst du, dass meine Matrjoschkas zum Beispiel ein asiatisches Gesicht haben. Als weltoffene Designerin lasse ich mich gerne von fremden Kulturen inspirieren, aber meine russischen Wurzeln sind mir auch sehr wichtig.

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Inna: Schon im ersten Semester warst du sehr aktiv in der Modewelt, du knüpfst Kontakte wo immer es geht. Ob Berlin, Mailand oder London, jede Exkursion während des Studiums hast du begleitet und konntest schon einige namenhafte Designer treffen. Wie hat sich dein Leben seit dem Studium am Fashion Design Institut verändert?

Anastasia: Radikal. Erst seit dem Studium habe ich gemerkt, wie viel mir Mode bedeutet. Für mich ist es unvorstellbar jemals etwas anderes zu machen. Ich habe es geschafft, meine Träume zu verwirklichen. Durch das Studium bin ich viel disziplinierter geworden, organisiere viel und plane lange im Voraus. Das Studium hat mir gezeigt, dass man nur mit Stärke und Durchhaltevermögen den stressigen Alltag als Designer meistert. Ja, Kontakte konnte ich schon viele knüpfen und viele tolle Designer kennenlernen, mit denen ich auch heute noch einen guten Kontakt pflege.

Inna: Schon als Jungdesignerin hast du ein tolles Jobangebot bekommen und bist dafür nach Asien gezogen…

Anastasia: Mein Praktikum habe ich in London gemacht. Dort war ich die rechte Hand des Designers. Ich habe in dem Unternehmen viele wichtige Einblicke sammeln können, vom Design und Entwurf bis zur fertigen Kollektion. Rund um die Uhr habe ich gearbeitet, weil es immer wieder etwas Spannendes zu tun gab und ich wollte auch einfach so viel wie möglich lernen. Ich glaube, dass war auch die Zeit in der ich mich dazu entschieden habe, mein eigenes Label zu gründen. Mit meinem Fashion Label Furredo habe ich 2015 meine erste Kollektion in Moskau präsentiert.

Die Show war großartig und von fast 1.000 Gästen besucht. Der schönste Moment bisher in meinem Leben: als ich nach der Show raus auf die Bühne bin. Der Applaus, die vielen Gäste, die Erleichterung und ein solches Glücksgefühl, eigentlich sind die Gefühle nicht zu beschreiben. Ich liebe Asien und wollte unbedingt einen guten Job dort bekommen. Natürlich habe ich gleich meinen Lieblingsdesigner in Korea angeschrieben und mich bei ihm beworben. Er bot mir ein gemeinsames Projekt an und ohne eine Sekunde zu zögern bin ich gleich nach Seoul geflogen. Dort habe ich drei Monate mit meinem Lieblingsdesigner zusammen gearbeitet. Durch gute Kontakte habe ich danach in Vietnam gearbeitet, als Designer in einem englischen Unternehmen.

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Inna: Wo geht es für dich in den nächsten Monaten hin?

Anastasia: Momentan arbeite ich an meiner neuen Kollektion. Ich möchte meine Träume verwirklichen und Furredo auf dem asiatischen Markt etablieren.

Inna: Als Jungdesignerin ein eigenes Label zu haben und in Vollzeit für ein Unternehmen zu arbeiten. Das hört sich nach viel Stress und schlaflosen Nächten an…

Anastasia: Durch meine Berufserfahrung hat sich mein Wunsch nach meinem eigenen Label verstärkt. Stimmt. Schlaf gibt es wenig aber um erfolgreich zu sein muss man manchmal auf etwas verzichten.

Inna: Was kannst du unseren Studenten auf den Weg geben, damit sie erfolgreich im Modebusiness Fuß fassen?

Anastasia: Neugier! Sich auf die Modewelt einlassen, versuchen so viel wie möglich mitzunehmen. Die Fashion Shows besuchen, Angebote annehmen und Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen – das ist sehr wichtig! Die Konkurrenz ist groß und heute reicht es nicht nur ein Talent zu haben. Außerdem ist ein gutes Basiswissen in Fächern wie Kostümgeschichte, Schnitt oder CAD im späteren Berufsleben sehr wichtig.

 

Ich bin überzeugt davon, dass Anastasia einen weiten und erfolgreichen Weg mit ihren Designs gehen wird. Wir wünschen der Jungdesignerin viel Glück für die Zukunft, Spaß und besonders viel Kreativität.