Der Runway in Düsseldorf

Düsseldorf. In die Modestadt Düsseldorf zieht es so einige junge Kreative. Mehr als 250 junger Leute studieren Modedesign oder Mode- Journalismus am Fashion Design Institut. Dieses Semester sind noch einmal knapp 80 dazu gekommen um am Fashion Design Institut ihre ersten Schritte Richtung Modebranche zu machen. 


Serntar Chint, 24, er fällt in der Masse auf, groß, schlank und trainiert, er könnte eines der Models sein, die für andere Designer den Runway auf und ab laufen. Er studiert im dritten Semester  Modedesign am Fashion Design Institut und hat eine Menge kreative Ideen im Kopf.

Inna: Was hat dich dazu bewogen, Modedesign zu studieren?

Serntar: Um ehrlich zu sein, wollte ich erst Schauspiel studieren, nur waren meine Eltern dagegen, wie es meist so mit den Eltern ist. Also musste ich mir schnell was anderes überlegen, da ich nicht mehr viel Zeit hatte zum Anfang des Studiums. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch sehr modisch unterwegs sei und vielleicht doch mal was mit Mode machen könnte. Und da ich damals schon in der Pubertät meine T-shirts verändert habe, sprich zerschnitten, bedruckt oder auch zwei Shirts aufgetrennt und anders herum zusammen genäht habe (Mi-parti), entschied ich mich für Modedesign. Mein Ur-opa war auch Schneider.

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Inna: Dein letztes Projekt ist sehr sozialkritisch. Was bedeutet dir Mode? Was drückst du mit deinen Designs aus?

Serntar: Mode ist etwas womit man alles aussagen kann, egal ob man seinen Status zeigen möchte, seine Herkunft,Tradition oder ob man auch „nur“ die Welt verändern will. So wie bei meinem letzten Projekt. Man versucht die Menschen mit Warnhinweisen aufmerksam zu machen, dennoch achten die meisten nicht darauf. Mit meinem Outfit ’‘ADDRUGTED’’, was eine Zwangsjacke aus Zigaretten ist, möchte ich die Menschen auf diese Gefahren aufmerksam machen. Meist sieht man das Schlechte in Dingen erst dann, wenn es zu spät ist. Nach dem Motto ’extremes verändert’.

Inna: Was inspiriert dich?

Serntar: Meine Inspirationsquellen sind sehr provokant. Sie sind da, aber keiner möchte sie wahrhaben und ich lasse mich von ihnen inspirieren. Um ein paar Beispiele zu nennen, der Tod, das Ekelhafte, das Groteske und Extreme. Ich mag es Grenzen zu überschreiten und Tabu- Themen in den Vordergrund zu stellen. Außerdem möchte ich zeigen, dass auf der Welt nicht alles rosig ist.

Dont Smoke

Inna: Deine Kreationen sind sehr speziell. Gibt es jemanden, den du gerne in deinen Designs sehen würdest?

Serntar: Meine Designs sind sehr künstlerisch, zwar tragbar aber nicht für den Alltag bestimmt. Eher für Musikvideos, Filme oder möglicherweise auch auf Veranstaltungen zu tragen. Ich könnte mir auch vorstellen meine Designs auf Ausstellungen zu präsentieren.

Inna: Gibt es einen Modedesigner, der für dich eine großes Vorbild ist?

Serntar: Mein Vorbild in der Mode war und ist Alexander McQueen. Ich liebe seine Werke und seine Shows. Diese Vielfältigkeit und auch die Aussagen, die meistens kritisch waren. Vor allem gefiel mir, dass er seine Shows und seine Kollektionen kunstvoll inszenierte. Ich identifiziere mich mit seinen Ideen und Umsetzungen.

Inna: Du machst jetzt deine ersten Schritte in der Fashion Welt, gibt es denn jetzt schon Traum- Projekte die du unbedingt machen möchtest?

Serntar: Es gibt vieles, das ich im Hinterkopf habe, aber sie noch nicht verraten möchte. Vor allem die Inszenierungen der Shows, aber lasst euch überraschen *grins*.

Inna: Wo siehst du dich und deine Kreationen in 10 Jahren?

Serntar: In 10 Jahren. Ich sehe mich in 10 Jahren auf der ganzen Welt, sei es auf Fashion Weeks, Ausstellungen oder im TV (Musikvideos/Filmen).

Mode ist eine Sprache, die sich durch Kleidung ausdrückt und eine andere Realität darstellt. Genau das beweist Serntar mit seinen innovativen Designs, hinter denen mehr steht, als nur Stoff und Nähte. Ich bin überzeugt davon, dass wir in den nächsten Jahre viele innovative Design von Serntar sehen  werden und ich wünsche ihm besonders für seine aktuelle Kollektion viel Erfolg.

 

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