Alle Russen lieben Pelz

Dem Winter trotzen - Pelzige Trends 2017

Ob Echt- oder Fakefell, eine schöne Felljacke verleiht dir innerhalb weniger Sekunden so viel Glamour und Style, wie kein anderes Kleidungsstück. 


Es gibt tausende Gründe warum ich mich jedes Jahr auf den Herbst und Winter freue. Einer davon ist, dass wir endlich wieder unsere Felljacken tragen können! Wahrscheinlich verfalle ich jetzt in meine russischen Wurzeln, denn mit meiner Pelzjacke kann ich meinen „Glitzer Genen“ endlich wieder gerecht werden.

Die Struktur von Fellen strahlt für mich schon seit meiner Kindheit Glanz und Glamour aus. Pelze sind tief in meiner Kultur verwurzelt. Ich bin in Russland groß geworden, das Land, in dem jeder einen Pelzmantel besitzt. Dort wird es weniger als Statussymbol gesehen, eher als eine Lebenseinstellung. Und ganz ehrlich gesagt, ist es viel wichtiger, das der Pelzmantel warm hält. Beliebt ist der „Dublenka“, ein Mantel der innen aus wuscheligen Schaffellen und außen aus Veloursleder gearbeitet ist oder die „Schuba“ ein Mantel, der häufig von außen mit unterschiedlichen Fell- und Pelzarten verarbeitet ist.

Mitte Januar ist in Moskau der Winter mit all seinen Facetten eingekehrt. Und das bedeutet – Frost mit ständigen Temperaturen von 15° bis 20°C unter dem Gefrierpunkt, Sonne, knirschender Schnee unter den Füßen, kalte und rote Nasen und natürlich einen dicken, kuscheligen Pelzmantel – das einzige zuverlässige Mittel gegen die Eiseskälte. Bisher hat die Menschheit sich noch nichts Besseres ausgedacht.

Ob Echt- oder Fakefell, eine schöne Felljacke verleiht dir innerhalb weniger Sekunden so viel Glamour und Style, wie kein anderes Kleidungsstück.

Mit Fell assoziiere ich etwas Besonderes und Spezielles. Vor allem in der Mode ist der Pelz seit vielen Jahren ein absolutes Statussymbol, für Rang, Klasse und Wohlstand. Als Ende des 19. Jahrhunderts, die Nachfrage nach dem kuscheligen Material stieg, öffnete in Paris um 1723 das Geschäft Revillon Freres. Einer der ersten großen Designer, der stets Felle über den Laufsteg schickte, war Paul Poiret. Er designte außerdem erstmalig edle Pelzstolen, aus kostbaren Fellen, die stilvoll auf der Schulter getragen wurden. Die begehrte Fellkleidung erreichte in den 1920ern und 30ern ihren Höhepunkt. Ab sofort wurden auch die teuersten Pelze wie Zobel, Hermelin, Nerz und Fuchs verarbeitet. Damals wurden die prachtvollen Mäntel sogar mit Gold und Edelsteinen bestickt und einige stolzierten selbst im Sommer mit ihnen auf der Straße, um jedermann ihren Reichtum zu präsentieren.