Afghanische Star Stylistin in Deutschland

Kind, Ehemann, Haushalt und erfolgreiche Businessfrau. Leila Hamid kommt eigentlich aus Afghanistan, lebt und arbeitet aber seit nun fast 12 Jahren in Deutschland und hat sich hier einen echten Namen als Stylistin gemacht. Mittlerweile wohnt sie in Düsseldorf und stylt die Prominenz von oben nach unten. Das heißt, sie übernimmt nicht nur das Haar Styling und Make Up, sondern kleidet die Stars für wichtige Events ein. 


Sie arbeitet täglich bis zu 10 Stunden, reist von A nach B, besucht die großen Designer in ihren Ateliers, um für ihre Kunden immer das beste Ergebnis zu erzielen. Mit mir spricht sie über Ihren Werdegang und verrät die wichtigsten Tricks aus dem Schminkkästchen ihrer Branche.

Inna: Stylistin ist dein Traumberuf. Was fasziniert dich am meisten an deinem Job?

Leila: Ich liebe einfach meinen Job. Es ist eine harte Branche, die einen schon viele Nerven kostet und man muss oft auf einiges verzichten. Aber steht ein Look und der Kunde fühlt sich auch noch super chic, dann habe ich am Ende des Tages das erreicht, was mir wichtig ist.

Inna: Wie sieht der Alltag einer Stylistin aus?

Leila: Die meisten Kunden, die zu mir kommen brauchen einen Look für ein wichtiges Event, weil sie zum Beispiel auf dem Roten Teppich eingeladen worden sind oder ähnliches. Neben dem Haarstyling und dem Make- Up suchen sie natürlich auch noch das richtige Outfit. Und da beginnt meine Arbeit. Ich mache mich für jeden Kunden individuell auf den Weg nach dem richtig Look. Wenn ich einige Looks zusammengestellt habe, treffe ich mich wieder mit meinen Kunden, es folgen dann noch ein paar Fittings bis das Outfit feststeht.
An den großen Tagen begleite ich natürlich meine Kunden selbst auf die Events, um immer sicher zu sein, dass alles so sitzt wie es schon in den Wochen davor geplant wurde.

Inna: Das hört sich nach einer ganzen Menge Arbeit an…

Leila: Ja ist es auch, aber ich werde auch fleißig von meinem Team unterstützt, das schon einiges organisiert, bestellt etc.

Inna: Ich habe gesehen, dass du dich für Frauen in Afghanistan stark machst. Dort unterstützt du Frauen mit einem Projekt, das dir sehr am Herzen liegt.

Leila: Seit 2007 gibt es mittlerweile das Charity Projekt für Witwen in Afghanistan, dafür sammeln wir regelmäßig Spenden. Von dem Geld kaufen wir Nähmaschinen und bieten den Frauen Nähkurse an. Nachdem die Frauen an den Kursen teilgenommen haben, können sie dann nähen und bekommen sogar am Ende eine Nähmaschine geschenkt. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr sich die Frauen darüber freuen. Sie haben so ein großen Interesse an Mode und Trends und sind so dankbar, dass sie etwas haben was ihnen Spass macht. Zusammen kreieren wir sehr schöne Sachen und haben bereits einige Kollektionen designed.

Inna: Das hört sich sehr spannend an, wie genau können wir uns die Kollektionen vorstellen?

Leila: Afghanische Tradition meets Commercial. Also tragbare Kleidung für den Alltag mit typischen Details der Kultur. Dabei entstehen richtig schöne Designs. Viele Frauen in Afghanistan tragen eine Burka und sind sehr verschleiert, andere tragen nur kleine Kopftücher und verdecken damit nicht ihr gesamtes Haar. Dazu werden meistens Hose und Bluse getragen. Bis heute ist Afghanistan ein Männerland in dem Frauen nicht ernst genommen und unterdrückt werden. Stars im Fernsehen, Moderatorinnen oder Sängerinnen präsentieren natürlich eine total andere Welt.

Inna: Ich finde dein Engagement für dein Heimatland bewundernswert, aber hast du denn nicht auch Angst manchmal dort hinzureisen?

Leila: Terror gibt es überall, Bomben explodieren, egal ob in Deutschland oder in Afghanistan. Das Reisen gehört einfach zu meinem Leben. Ich möchte etwas bewegen und die Frauen in Afghanistan unterstützen.

Inna: Du arbeitest mit Designern auf der ganzen Welt zusammen?

Leila: Ja, mit sehr vielen. Zum Beispiel arbeite ich eng mit Jimmi Cho, Chopard, Sisley, Elie Saab, Arkis oder Escada zusammen.

Ich bin von Leila Hamid begeistert, sie ist eine richtige Powerfrau. Während unserem Gespräch wirkt sie sehr ausgeglichen und zufrieden. Ich denke, dass sie ein Organisationstalent ist, denn der Spagat zwischen Familie und Beruf muss perfekt geplant sein. Ich wünsche ihr für die Zukunft viel Erfolg und besonders hoffe ich, dass sie viele Frauen mit ihrem Charity Projekt erreichen kann.