Dekolleté und Geschichte

Offene Schultern und ein tiefes Dekolleté sind die wichtigsten Trends für den Frühling/ Sommer 2017. Mit solchen Blusen zeigst du deine verführerische Seite und verdrehst deinem Freund den Kopf.


Aber wusstest du, dass der Trend mit dem tiefen Dekolleté schon im 15. und 16. Jahrhundert getragen wurde? Damals zeigten die Frauen gerne ihren Hals und ihr Dekolleté. Die sehr modebewusste Frau traute sich sogar ihre Brüste zu präsentieren. Übrigens war das nicht nur erlaubt, sondern genau wie heute total angesagt.

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Die erste Mutige,…

die den freizügigen Trend trug war Agnès Sorel. Sie war die Mätresse des französischen Königs Karl VII. Ihre verführerischen Looks trug sie zu jedem wichtigen Anlass. Dabei war das Dekolleté so tief ausgeschnitten, dass die Gäste fast ihre komplette Brust sehen konnten. Agnès Sorel liebte die Aufmerksamkeit und stand gerne im Mittelpunkt, vor allem bei den Männern mit denen sie flirtete. Oft ließ sie sogar eine ganz Brust rausschauen und die andere blieb verdeckt. Wichtig war, dass nur Damen aus der gehobenen Gesellschaft den tiefen Ausschnitt tragen durften, die einfache Bürgerin sollte sich immer bedecken.

Mit bloßer Brust…

durften nur die unverheirateten Frauen raus. Die verheiratete Frau zeigte nur ein kleines Dekolleté, Witwen hingegen bedeckten sich für eine Woche Trauer komplett.

Der freizügige Trend…

durfte früher nur in Verbindung mit Göttinnen oder der stillenden Madonna gemalt werden. Die Künstler und Maler nutzten also als Vorwand solche antiken Motive und portraitieren dabei aber Mätressen oder Stilikonen. Wie auch der Künstler Jean Fouquet. Sein weltbekanntes Werk von 1775 zeigt die Madonna mit ihrem Kind, auf der Rückseite des Gemäldes soll aber stehen, das Maria typische Gesichtszüge von Agnes Sorel hat.

Agnes alias Madonna trägt auf dem Gemälde ein enges Mieder, welches nach dem Vorbild der französischen Mode die Taille stark betont. Ein tiefes Dekolleté lässt eine Brust provokant rausschauen.

Stilikone…

Katharina von Medici übertrifft alles. Obwohl es in der Spanischen Mode nicht üblich war, hatten die Kleider von Katharina von Medici immer Schlitze im Brustbereich. Auch ihre vielen Hofdamen sollten diese Kleider tragen. Um die Aufmerksamkeit noch mehr auf ihre Brüste zu lenken, schmückten Frauen ihre Brustwarzen sogar mit Ringen oder Ketten.

„Zwei Zuckerköpfe“

Die Künstler waren sehr erfinderisch wenn es darum ging, der Brust einen Namen zu geben. „Zwei Zuckerköpfe“ oder „schöne Kugel mit rosafarbenen Beeren“ sind doch super interessante Spitznamen.

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Brust- Freiheit in ganz Europa

In allen Ländern Europas war der Trend total angesagt. Nur in Spanien verfolgte man einen anderen Trend. Die spanischen Frauen durften ihre Reize nicht nutzen. Sie mussten ihre Brust mit dem Korsett schnüren. Dazu wurde vor den Oberkörper eine schmale Platte gelegt.

Früher und heute…

Es wird wohl immer diejenigen geben, die sich über zu viel Freizügigkeit aufregen und behaupten „früher war doch alles anders“! Aber das es damals sogar noch verführerischer zuging ahnen sie wohl nicht.