Wirklich ein gefährlicher Trend?

Korsetts kommen in Mode und gehen wieder. In dieser Saison sind Korsetts wieder absolut angesagt, allerdings nicht als Unterkleidung sondern als Oberkleidung. Vor allem in Form eines breiten Gürtels. 


Der Vorgänger des Korsetts war ein breiter Gürtel. Solche Gürtel wurden in der Antike sowohl von  Frauen, als auch von Männern getragen. Im Laufe der Modegeschichte wurde das Korsett oft zum Must- Have und in unterschiedlichsten Formen und Varianten getragen. In diesen Zeiten aber war das Korsett ein ziemlich gefährlicher Trend:

Zur Zeit der burgundischen Mode im 15. Jahrhundert galt es schön sehr schlank zu sein. Um optisch noch schmaler zu wirken trug man steife Mieder, zusätzlich wurden diese mit Holz- oder Metallplatten gestärkt.

Wer schön sein will, muss leiden?

Ein Jahrhundert später änderte sich die Form des Korsetts. In der Spanischen Mode um 1600 formte es nicht mehr nur eine schmale Taille, sondern drückte auch die Brust flach. Diese Körperform ist ohne ein Korsett nicht möglich. Eigentlich ähnelte das Korsett mehr einem Panzer, der aus Holz, Knochen und Fischbeinstäbchen angefertigt wurde und den weiblichen Körper deformierte und die Brust flach drückte.

Anders als heute waren Brüste damals einfach unbeliebt und kleine Mädchen legten sich über Nacht sogar Bleiplatten auf den Oberkörper, um das Wachstum der Brüste zu verhindern. Alles einfach nur unbequem, eng, zu schwer und tödlich! Denn durch die starke Verformung des Körpers starben viele Frauen. Obwohl die Frauen wussten, dass dieser Fashion Trend so gefährlich ist, verzichteten sie nicht darauf. Besonders die adeligen Frauen konnten sich einfach nicht von ihrem Korsett trennen. Im Hofe von Medici war dieser „Panzer“ sogar richtig „in“!

33cm…

33 cm misst eine männliche Halsbreite und die Taille von Katharina von Medici, die „Schwarze Königin“. Heute vermutet man, dass die Frauen sich früher eine Taille wünschten, die so breit ist, wie der Hals des Geliebten. Sie setzte damals den Trend mit dem Korsett und hat all ihre Hofdamen gezwungen ebenfalls ein solches zu tragen. Die Frauen, die kein Korsett anzogen, bezeichnete sie als einfache Bürgerliche. Bauern konnten das enge Kleidungsstück aufgrund ihrer schweren körperlichen Arbeit nicht tragen und natürlich auch weil es einfach ein richtig teures Kleidungsstück war.

Gepushte Brüste im Barock

Im Barock wurde das Korsett viel eleganter und presste die Brust nach oben und sollte nur die Taille schmaler machen. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Wespentaille in ganz Europa. Schon im jungen Alter von 7 Jahren wurde den Mädchen ein Korsett umgeschnürt. Obwohl das Kleidungsstück so unbequem und einengend war, zog man es zum Schlafen nicht aus. Selbst Schwangere trugen weiterhin ein Korsett. Man sagte sich: je schmaler die Taille, desto wohlhabender ist eine Frau!

Zu wichtigen Bällen wurde das Korsett besonders eng geschnürt, um reich zu wirken. Viele Frauen kippten allerdings um und fielen in Ohnmacht. Natürlich nicht weil die Männer so unwiderstehlich waren, sondern weil die Blutzirkulation und die Atmung so eingeschränkt wurde. Viele Frauen starben wie zum Beispiel eine französische Braut, die ihr Hochzeitskleid so eng schnürte, dass sie neben dem Altar umkippte und direkt starb. Der Trend mit dem Korsett kommt nie aus der Mode, aber er wird auch mit Sicherheit nicht mehr tödlich sein.