Abenteuer bei Viktor&Rolf

Die ersten Berufserfahrungen macht unsere junge Designerin Alina Hache bei dem Haute Couture Label Viktor&Rolf. Sie teilt mit uns die spannendsten Augenblicke und tollen Erfahrungen aus der Welt der Couture.

Das alte Herrenhaus im berühmten „Grachten-Viertel“ von Amsterdam liegt direkt in der Innenstadt und an einem der zahlreichen Kanäle. Es versprüht den Charme des 17. Jahrhunderts mit einer unglaublichen Eleganz, wie ich sie vorher noch nicht gesehen habe. An zwei großen Masten, hoch oben am Haus angebracht, wehen zwei weiße Fahnen mit dem V&R Logo. Die mit einem schwarzen, verzierten Metallgeländer geschmückte Doppeltreppe führt vom Bürgersteig an eine gewaltige Tür, neben der ein vergoldeter Viktor&Rolf Stempel in die Wand eingelassen ist.

Der ERSTE Tag bei Viktor&Rolf

An meinem ersten Tag bereitete das gesamte Atelier fieberhaft die letzten Proben und Rohmodelle für das Fitting mit Viktor & Rolf am nächsten Morgen vor. Die Kollektion war immer noch in der Versuchs- Phase, die Richtung stand zwar fest, aber die perfekte Technik galt es noch zu finden.

Ich wurde direkt mit eingebunden und stelle am ersten Tag ein Geflecht her, welches einen Meter groß war und am nächsten Tag V&R präsentiert wurde. Ich arbeitete von Beginn an eng mit Yasmijn zusammen, sie ließ mir in meinem Schaffen ziemlich viel Freiraum, lenkte mein Design aber ab und an wieder in Richtung „Viktor&Rolf“ – da ich schnell zu ordentlich und sauber arbeite und das nicht nicht zu dem gefragten Look passt.

Nur noch 1 Tag bis zur FASHION WEEK

Ich war geschockt wie schnell die Zeit verging, als wir realisierten dass die letzte Woche vor Paris angebrochen war. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen, jeder arbeitete im Akkord an seinen Outfits – auch wenn wir alle wussten, dass vor Paris sowieso nichts mehr fertig werden würde.

Am letzen Tag galt es das ganze Atelier mit der Kollektion einzupacken – um es in den Transporter nach Paris zu schicken. Unzählige Kartons wurden verladen, die Straße vor dem Haus wurde gesperrt, um bei Dämmerung schnell die Kollektion einzuladen – die keiner sehen durfte. Alle Angestellten packten mit an, damit es möglichst schnell ging. Es lag so viel Aufregung in der Luft.

Wir machen die Nächte durch!!!

Zunächst mussten wir das Atelier in einem Meeting- Raum des Mariott Hotels aufbauen. Tische schieben, Fitting Raum, Showroom, Nähecke & Material-Lager wurden vorbereitet. Sobald die Arbeitsgrundlage stand, ging es direkt los. Wir hatten unglaublichen Druck, denn nahezu kein Outfit war fertig. Wir arbeiteten 4 Tage und 4 Nächte weiter an den Designs.

Wir waren am Ende unserer Kräfte, die Müdigkeit tat schon fast weh. Keiner von uns hat sich auch nur im Entferntesten dafür interessiert wie er ausgesehen hat. Unser einziges Ziel war es fertig zu werden. Ich denke zu dem Moment war keinem von uns wirklich bewusst von was wir da gerade Teil wurden. Paris Fashion Week klingt so aufregend, glamourös und zauberhaft. Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, waren genau das Gegenteil. Ich hatte keine verschönten Vorstellungen, ich wusste es würde hart werden.

In einem so großen Unternehmen zu arbeiten, bedeutet ebenso große Verantwortung und eine Menge Arbeit. Das Fashion Business ist eine super harte Branche, und nur die Besten und die Fleißigsten können es schaffen.

 

©official Website – Viktor&Rolf