100 Nationen in einer Kollektion

Fragt man einen Designer nach seiner Inspiration bekommt man zu oft verrückte Antworten. Kreative Köpfe sind ständig auf der Suche nach neuer Kreativität und lassen sich gerne auch aus dem alltäglichen Leben beeinflussen. 

Die Vielfalt der britischen Hauptstadt hat davon so einiges zu bieten. Neben dem bunten Treiben auf den Straßen erlebt man in London vielseitige Kunst und Mode. Spricht man mit Designerin Ines Güntner erfährt man, wie aufregend und innovativ die Metropole ist.

Inspirationen aus London

Menschen aus mehr als 100 Nationen leben in London zumeist friedlich zusammen – weit mehr Sprachen und Dialekte werden gesprochen. Multikulturelles Leben gehört in London zum Alltag dazu und wird meist als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Für ihre aktuelle Herbst/ Winter 2017/ 2018 Kollektion lässt sich die Designerin von der Energie der Großstadt inspirieren.

Sie beschreibt die vielen Gegensätze, die man erlebt: „Für jeden der hier nicht leben muss oder will, sind es anscheinend genau diese Dinge, die London vor allem Farbe verleihen. Doch verblassen diese Farben wenn man genauer hinsieht, aber vor allem wenn man das Leben und Arbeiten in dieser Stadt hinterfragt. Das Pulsieren und der Herzschlag mutieren dann zum Infarkt“. Und so wie London faszinieren uns auch viele andere Großstädte. Doch sie haben alle ein Problem – die Obdachlosen“. 

Geht es nach der Designerin wird der Winter 2017 / 2018 alles andere als Trist

Ihre Kollektion für den Herbst/Winter 2017/2018 spiegelt die Eindrücke zwischen Tradition und Gegenwart wider. So wurden viele Wollstoffe mit dem typischen Karomuster beziehungsweise dem Schottenmuster verarbeitet, aber eben auch Stoffe wie Glattleder, Fell, Denim und Jersey. Eine lässige Bomberjacke aus Anzugstoff mit einer aufgesetzten Jeanstasche und bunten Fransen sind in dieser Kollektion nichts außergewöhnliches. Die verschiedenen Stoffe werden miteinander verarbeitet und ergeben einen stilvollen Mix.

Dabei präsentieren die starken Farben das bunte Treiben auf den Londoner Straßen, die unterschiedlichen Kulturen und die verschiedenen Menschen, die man dort trifft. Einige Kleidungsstücke haben große Cut- Outs an eher untypischen Körperstellen. Fragt man Ines warum diese eingearbeitet wurden, bekommt man ein Gefühl dafür, wie die Obdachlosen auf den Straßen leben. Die Cut-Outs und das Design zeigen die Armut der Großstadt, die man zu oft übersieht.

 

Model: Lina – @KEA Models, Model: Burcu Dogan, H&M: Christina Niegoth, Fotografin: Jeanette Bäumer