NO!!! to endless war for empire

Woran denkt ihr als Erstes, wenn euch Mode und Politik in den Sinn kommen? 

An T-Shirts mit Statement Prints? Oder an die Revolution des Minirocks? An die Punkbewegung? Dass man diese beiden großen Elemente gut miteinander verknüpfen kann, weiß man mittlerweile. Schon in den 70er-Jahren waren Miniröcke und Plateausohlen ein politisches Statement: Die kurzen Röcke standen für die sexuelle Emanzipation der Frau. Und bis heute bleibt die Mode als wichtiges Ventil für politische Aussagen und revolutionäres Aufbrechen der gegenwärtigen Werte und Normen.

In einer Welt, die von Schnelllebigkeit und Massenkonsum beherrscht wird, finden lange, erklärende Texte über eine politische Situation wenig Aufmerksamkeit. Wohingegen Mode die politische Aussage kurz und prägnant an die Menschen bringen kann. Vor allem erreicht man auf diese Weise auch eine jüngere Zielgruppe. Aber bei all der herrschenden Unruhe und den wichtigen Ereignissen um uns herum, muss auch die jüngere Zielgruppe für Themen wie dem Krieg in Syrien sensibilisiert werden.

Kerby Jean-Raymond

Schon der Modedesigner Kerby Jean-Raymond machte 2006 vor wie es gehen kann: Er widmete seine Modenschau in New York der „Black Lives Matter“-Bewegung. Seine Kleidungsstücke wurden alle mit Graffiti Sprüchen versehen, die an die Diskriminierung der afroamerikanischen Bürger durch die Gesellschaft und vor allem auch durch Beamte aufmerksam machten. Das diente uns als Inspiration für unsere Fotostrecke: „NO TO ENDLESS WAR FOR EMPIRE“!

Aber hat Mode als politisches Statement überhaupt eine Wirkung?

Wirtschaftlich gesehen ist politisierte Mode ein Verkaufsschlager. Durch die laufende Entwicklung von Mode und Modedesign ist die politische Mode selbst ein trendiges Accessoire des Mode-Olymps geworden. Politisierte Mode kann auch als subjektiver Ausdruck von Meinungsfreiheit verstanden werden. Dabei bringt sie realpolitisch keine gravierenden Veränderungen. Allerdings kann und soll politisierte Mode sehr wohl zu einem Denkanstoß verhelfen.

© Anastasia Patko, Haeseo Yun & Sirilak Majaroen