Wir stellen vor: Jungdesignerin Angelika Gerage und ihre Kollektion „Urbanation“

Es herrscht Rushhour in den Straßen der Großstadt. Autos fahren vorbei, Menschenmassen sind auf dem Weg nach Hause. Und unter ihnen – Diese eine junge Frau.


Mit ihrer Maxi-Hose, einem Pullover, einem langen Mantel und dem gelben Halstuch zieht sie alle Blicke auf sich. Im ersten Moment wirkt sie wie eine von vielen, jedoch drückt die Trägerin mit ihrem Look Stärke, Selbstbewusstsein und Lässigkeit aus. Worte, die auch die Designerin beschreiben.

Wir treffen Angelika Gerage am Fashion Design Institut in Düsseldorf. Mit einem Lächeln im Gesicht kommt sie in den Raum hinein und wirkt direkt sympathisch. Dieser Eindruck bestätigt sich, als sie uns zur Begrüßung freundlich in die Arme schließt, gegenüber Platz nimmt und voller Stolz das Lookbook ihrer neuesten Herbst-Winter-Kollektion präsentiert. URBANATION – Ein Sinnbild der Kultur, der Eleganz und des Stils einer Großstadt.

Die Kollektion besteht aus 8 Outfits, die sich durch klassische Schnitte, einer symmetrischen Linie und einer präzisen Verarbeitung auszeichnen. Die einzelnen Kleidungsstücke konzentrieren sich auf die Körpermitte und betonen die weibliche Taille. Goldene Ringelemente und gelbe Halstücher bilden einen Kontrast zu den sonst schlichten Kleidern und der gedeckten Farbigkeit.

Die ersten Skizzen…

Für ihre Entwürfe nutzte sie drei dunkle Farbgruppen. Die Hauptfarben sind Dunkelgrün und -blau, Gelb gibt Akzente. Weiß schafft den Ausgleich und stellt die Urbanität der Großstadt dar. Anhand der Farbauswahl erklärt sich auch das Konzept der Kollektion.

Millionen von Menschen leben in Großstädten. Da passiert es schnell, dass der Einzelne in der Masse untergeht. URBANATION gibt der Trägerin durch den gezielten Einsatz von dezenten Accessoires ihren Moment im Scheinwerferlicht. Die symmetrischen Linien unterstützen den äußerlichen Einfluss und die Frau legt einen starken Auftritt hin. “Die Outfits sind untereinander kombinierbar. Dadurch lässt sich die Wirkung auf den Betrachter beeinflussen“, erklärt sie uns.

Der Stil – Sportliche Eleganz. Eine Richtung, die sie seit dem ersten Semester begleitet. Kein Wunder, dass sie auch ihr Praktikum bei einem Label absolvierte, das sportliche und elegante Mode miteinander vereint.

Die ersten Schritte im Fashion Business

Catherine Teatum und Rob Jones sind die Designer des Londoner Labels Teatum Jones. Zusammen stehen sie für moderne Frauenmode mit raffinierten Schnitten, einer kühnen Ästhetik und hochwertigen Stoffen. Innerhalb der letzten Jahre wuchs nicht nur ihre Marke, sondern auch ihre Bekanntheit. 2015 gewann das britisch Duo den Woolmark Preis und erhielt dadurch die Gelegenheit ihre Kollektion auf der London Fashion Week zu präsentieren.

Während andere Praktikanten nur vom Zuschauerrand den Designern bei der Arbeit zusehen, war Angelika vollständig am Geschehen beteiligt. Ob Schnitttechnik, Fertigung, Produktionsplanung oder der Besuch bei den Produktionsstätten, um die nächsten Entwürfe in Auftrag zu geben.

Ein besonderes Highlight: Die London Fashion Week. Von Donnerstagmorgen bis Freitagnachmittag arbeitete sie durch und half bei den Vorbereitungen für die Show. “Die Zeit in London war das aufregendste Erlebnis meines Lebens.“ Als Designerin hat sie viele Erfahrungen gesammelt, Neues über die Arbeit und Produktion einer Kollektion gelernt und erhielt die Möglichkeit selbstständig an eigenen Projekten zu arbeiten. Eine Chance, die sie bei anderen Labels nicht bekommen hätte. Für ihre berufliche Zukunft kann sie sich definitiv vorstellen nach London zurückzukehren und bei Teatum Jones zu arbeiten.

Ihr Ziel für die Zukunft – Ein eigenes Label gründen. Bis dahin möchte sie bei einem Unternehmen im Fertigungsbereich tätig sein. “Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich am liebsten bei Hugo Boss arbeiten“ lacht sie und verabschiedet sich. Wir wünschen viel Erfolg und hoffen mehr von ihrer Mode zu sehen.

Liebe Angelika, wir wünschen dir viel Erfolg für dich und dein eigenes Label.

 

Text von Fashion Journalistin Anna Proctor

Fotos: © Anna Shapiro