Fotografin zwischen Düsseldorf und Kapstadt

„Eine echte Fashion Fotografin ist viel unterwegs und hat eine vollen Terminkalender.“ Jennifer Fischer weiß das nur zu gut! Sie reist von A nach B und arbeitet jeden Tag mit den schönsten Models. 

Design von Alina Hache

Die junge Fotografin arbeitet schon seit einigen Jahren mit schönen Models und tollen Designern zusammen. Fotografieren ist ihre Arbeit und zugleich ihre große Leidenschaft. Kaum zu glauben, denn eigentlich hat Jennifer 5 Jahre Physik studiert und in dem interdisziplinären Feld der Struktur und Dynamik von Proteinen sogar ihre Doktorarbeit geschrieben. Jetzt plant sie ihr eigenes Fotostudio in Deutschland – Heißt aber noch lange nicht, dass sie das Reisen aufgibt!

Inna: Eine Frage, die zu Beginn natürlich brennend interessiert: Wie bist du vom Physik Studium zur Modefotografie gekommen?

Jennifer: Tatsächlich habe ich mich schon immer für Mode interessiert. Ich habe während dem Abitur sogar über ein Designstudium nachgedacht. Aber die Vernunft hat zunächst gesiegt und ich begann mein Physikstudium. Während meiner Doktorarbeit habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass die angedachte akademische Laufbahn nicht zu mir passen will. Zu dieser Zeit habe ich das Fotografieren als Hobby entdeckt. Als ich zum ersten Mal eine Freundin vor meiner Linse hatte, habe ich Feuer gefangen. Es hat mich dann automatisch immer mehr zur Modefotografie hingezogen.

Mit den jungen Kreativen zusammenarbeiten…

Inna: Neben großen Kampagnen arbeitest du weiterhin gerne mit den jungen Designern aus dem Fashion Design Institut. Was reizt dich an den Zusammenarbeiten mit den Jungdesignern?

Jennifer: Von Anfang an habe ich sehr viel mit Jungdesignern zusammen gearbeitet. Zunächst habe ich mir Sachen für meine ersten Editorials ausgeliehen. Dann haben sie mich gefragt ob ich die Kollektionen für ihre Prüfungen fotografieren könnte. Bei diesen Kooperationen berücksichtige ich die Ideen und Wünsche der Designer, kann aber auch immer meine eigenen Ideen mit einbringen.

Design von Alina Hache

Zum Beispiel hatten wir beim Shooting für eure Studentin Alina Hache das Gefühl, dass wir noch etwas besonderes brauchen um ihre Kollektion cool zu inszenieren. Meine Idee, die komplette Strecke im Liegen zu fotografieren, hat die Outfits nochmal besonders zur Geltung gebracht. Es sind Momente wie diese, dass eine einfache Idee die Fotos einzigartig machen kann und alle am Set begeistert von ihrer Arbeit sind, die mich am meisten beglücken und den Reiz ausmachen.

Inna: Wie können wir uns denn die Zusammenarbeit mit den angehenden Designern vorstellen? Gibt es besondere Herausforderungen?

Jennifer: Grundsätzlich ist jede Zusammenarbeit eine Herausforderung, denn man muss immer erst einmal verstehen, was dem Designer wichtig ist und welche Vision er selbst hat. Bei den jungen Designern ist genau das die größte Herausforderung, weil nicht alle schon ein ausgeprägtes Feeling haben. Mir ist es wichtig den Focus auf die Kollektionen mit ihren eigenen Besonderheiten zu legen. Dabei sind nicht alle Ideen passend für die jeweilige Kollektion und das betrifft alle Bereiche: Modelauswahl, Hair & Make Up, Location, bis hin zu Lichtsetzung, Modelposen und letzendlich die Bildbearbeitung. Da muss dann häufig am Set noch umgedacht werden, wenn z.B. die geplante Pose einfach nicht vorteilhaft für das Kleidungsstück ist.

Ausdruck, Pose – alles muss richtig sitzen

Inna: Deine Bilder wirken schlicht aber sind trotzdem sehr ausdrucksstark. Was empfindest du, wenn du dir nach einem langen Shooting-Tag die Bilder anschaust?

Jennifer: Meistens bin ich ganz schön Stolz auf mich und mein Team, was wir wieder schönes gezaubert haben. Aber das ist auch davon anhängig, wie gut das Shooting funktioniert hat, ob das Model z.B. unsere Ideen umsetzen konnte. Es ist schon vorgekommen, dass ich beim Shooting ein total tolles Gefühl hatte, aber wenn wir dann die Bildauswahl gemacht haben, es plötztlich schwierig wurde, das eine Knaller-Bilder zu finden, in dem alles passt: Ausdruck, Pose, die Sachen sitzen! Ich bin da eine echte Perfektionistin. Aber auch das Gegenteil ist schon vorgekommen: Das Shooting lief gefühlt nicht so gut und am Schluss haben mich die fertigen Bilder umgehauen.

Design von Alina Hache

Inna: Kannst du auch heute noch von deinem Physik Studium profitieren?

Jennifer: Ich denke man kann grundsätzlich von jedem Studium profitieren: Man lernt zu lernen und selbstständig zu arbeiten. Im Physik Studium habe ich insbesondere gelernt, mit Technik und Computern umzugehen – Eine sehr große Hilfe in meinem heutigen Alltag. Es hilft mir aber auch immer wieder bei der Umsetzung meiner Bildideen, vor allem wenn es um die Lichtsetzung geht – Das A und O eines guten Fotos.

Inna: Reisen gehört ja bekanntlich zum Business dazu. Bist du selbst viel unterwegs? Und wenn ja, wo genau?

Jennifer: Ja, ich liebe Reisen. Es ist Quelle meiner Inspiration und animiert mich immer wieder aus meiner Komfortzone herauszukommen. Meine besten Arbeiten sind alle im Ausland entstanden. Vor allem in Kapstadt.

Inna: Es gibt so viele schöne Ort, warum fotografierst du so gerne in Kapstadt?

Jennifer: Kapstadt ist einfach ein Traum. Es ist der perfekte Ort für Fotografen. Es gibt nicht nur die tollsten Kulissen: Stadt, Strände, Dschungel, Wasserfälle, Wüsten, Berge und das alles in maximal einer Stunde Autofahrt. Das Licht ist einfach magisch und zwar den ganzen Tag lang. Und da sich das inzwischen rumgesprochen hat sind auch super viele tolle internationale Models vor Ort. Es ist die Zeit im Jahr, um das Portfolio zu erweitern und seine Arbeiten auf ein neues Level zu bringen. Ich freue mich jetzt schon wieder riesig auf den nächsten Aufenthalt.

Inna: Welche Ideen verfolgst du bei der Umsetzung deiner nächsten Kampagne für den Winter?

Jennifer: Aktuell möchte ich wieder mehr Editorials für Magazine shooten und auch die größeren Magazine ansprechen. Dafür plane ich gerade mit mehreren Teams Shootings mit aktuellen Herbst / Winter Kollektionen. Ein Shooting wollen wir in Paris während der Fashion Week produzieren. Wir werden wohl auch ein paar Teile von euren Abschluss-Studenten integrieren.