Ist der Durchbruch der Kö-Tradition geschafft?

Wir kennen sie alle: Die Königsallee. Der Ort, an dem die Reichen und Schönen umher flanieren. Luxusboutiquen wohin das Auge reicht! Aber wie kam die Premium-Shopping-Meile eigentlich zu seinem Namen? Und wie haben junge Unternehmen den Durchbruch in die mächtigste Straße Düsseldorfs geschafft? 

Wer ist eigentlich dieser König, von dem immer die Rede ist?

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hieß die „“ noch „Kastanienallee“ . Doch dann kam tatsächlich ein König nach Düsseldorf, nämlich Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. 1848 war eine Zeit mit vielen revolutionären Umtrieben. Das Volk war sehr enttäuscht und wütend, empfand die preußische Verordnung als ungerecht. Und so versammelten sich die Menschen auf der „Kastanienallee“ , um dort den Monarchen auf seinem Weg vom Bahnhof zum Schloss Jägerhof in Empfang zu nehmen.

Sie sangen Schmählieder und johlten ihm nach. Einige warfen sogar Pferdeäpfel auf ihn – Mit Erfolg! Einer der Aufgebrachten traf ihn an seinem kostbaren Mantel. Der König war darüber so empört, dass er schleunigst die Stadt verließ und als „Hauptherd der Anarchie und Unordnung für die Rheinprovinz“ in Verruf geriet. Um den König nach dem Pferdeapfel-Attentat wieder gnädig zu stimmen, beschloss man 1851 die „Kastanienallee“ zu Ehren in „Königsallee“ umzutaufen.

© Miu Miu

In Düsseldorf oder doch in den Tropen?

Die „“ ist nicht nur für ein besonderes Shopping-Erlebnis bekannt, sondern hat auch architektonisch viel zu bieten. Der mittig gelegene Stadtgraben mit an Uferzonen erinnernden Böschungen, sowie die prächtigen Platanen und Kastanien bieten der Luxusmeile jede Menge Ansehen. Zudem schmücken kleine Brücken, sagenhafte Brunnen und verzierte Geländer und Skulpturen die Allee.

© Königsallee

Wer am Abend über die „“ flaniert, wird bei Dämmerung ein tropisches Spektakel erleben: Unglaublich viele grüne Papageien finden sich bei eintretender Dunkelheit in den Bäumen ein. Das Schnattern der farbenfrohen Vögel reißt einen schnell aus dem hektischen Alltag und verleiht kurzzeitig das Gefühl, man wäre beim Urlaubs-Shopping unter Palmen. Seit 1994 steht die „Königsallee“ unter Denkmalschutz.

© Königsallee

Zwischen Traditionen ein Hauch von Moderne

Neben Stamm-Boutiquen wie Chanel, Bvlgari, Tiffany & Co. oder Louis Vuitton, die seit Ewigkeiten Führer des Luxussegmentes sind, haben sich mit der Zeit auch jüngere Unternehmen und Galerien in die Meile etabliert. Beispielsweise Fashionette. Bis August 2017 war der Shop für Taschen und Accessoires lediglich online verfügbar. Ratenkäufe machen Luxus auch für junge Mädels und nicht allzu reich betuchte Damen der Gesellschaft erschwinglich. Der Traum von der Lieblingstasche ist also längst nicht mehr unrealistisch. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde nun vor circa einem halben Jahr das erste Geschäft inmitten der Luxusmeile eröffnet. Das moderne Konzept, nämlich der wie ein riesiger begehbare Kleiderschrank aufgebaute Shop, ist besonders bei hippen, jungen Frauen beliebt.

Auch die jährliche Vogue Fashion’s Night Out lockt einmal pro Jahr auch das junge Publikum auf die „“ . Somit wird mit der Zeit aus dem Traditionellen ein Durchbruch in das Moderne getan. Welche Newcomer wohl zukünftig noch eröffnen werden? Wir können gespannt bleiben …

© Fashionette

Beitragsfotos: © Fashionette