Ein Outfit aus Lakritz

Von der ersten Inspiration zum fertigen Outfit

Hättet ihr gedacht, dass man aus Lakritz ein tolles Outfit verarbeiten kann? Unsere Studentin Julia Nasir Beigly aus dem 3. Semester hat es in die Realität umgesetzt.

Wie auch Vivienne Westwood zu sagen pflegt: „Mode sollte nicht von Modezeitschriften inspiriert sein!“.
 Die Mode ist etwas, was sich im Laufe der Jahrzehnte wiederholt und neu interpretiert wird. Um etwas Neues zu kreieren ist es jedoch sinnvoll, sich nicht nur an vergangenen Trends zu orientieren, sondern diese mit anderen Objekten zu kombinieren und zu erweitern. Unsere Welt bietet ein sehr großes Spektrum an verborgenen Inspirationsquellen, man muss nur die Augen offen halten, um sie zu entdecken.

Auch unsere Studenten lernen diese zu entdecken und in Mode umzuwandeln. Beispiele dafür findet man oft in Architektur, Kunst aber auch in alltäglichen Dingen wie Stimmungen, Emotionen oder Tätigkeiten.
 Das Ziel ist es, mit Mode eine Geschichte zu erzählen und ein zeitpolitisches Statement abzugeben. Dieses sollte nicht auf Anhieb erkennbar sein, denn gerade das macht jedes Kleidungsstück zu einem mysteriösen Unikat.

In den ersten beiden Semestern lernen unsere Studenten Mode als Kunst zu interpretieren und sich von den gewöhnlichen Silhouetten zu trennen. Es wird keine tragbare Mode erschaffen, sondern Avantgarde Fashion.

 

Das Moodboard- eine wichtige Inspirationsquelle

Zurück zum Beispiel von Julia: Für das Fach Drapage war es im 2. Semester die Aufgabe, aus ungewöhnlichen Materialien ein Avantgarde Outfit zu designen – sprich, aus Materialien, die nicht üblich für die Modeindustrie sind. Der erste Schritt für Julia war, sich nach Formen umzuschauen, die sie interessant und ansprechend fand und diese mit einem Thema zu verknüpfen.
Ihre Hauptinspiration war der menschliche Körper. Durch ihr Konzept und das Outfit wollte Julia darauf hinweisen, dass wir Menschen die volle Verantwortung für unseren Körper und somit unsere Gesundheit tragen und diesen wie einen „Tempel“ behandeln sollten.

Die Form ihres Outfits stellt den menschlichen Körper im übergewichtigen Zustand dar. Sie wählte als Material Lakritze, da man an diesem Beispiel sehr deutlich erkennen kann, wie ungesund einiges ist, was wir essen. Wie viel künstlich erzeugte Bindungsmittel und Aromen wohl darin stecken, wenn es sich nicht einmal natürlich zersetzt?

Mit sehr viel Aufwand und Liebe hat Julia dieses Thema in ein Outfit umgesetzt, indem sie die Lakritz-Stränge verflochten und an einer Unterkonstruktion befestigt hat. An diesem Beispiel sieht man, dass man immer die Augen offen halten sollte, denn man weiß nie, wo die nächste Inspiration darauf wartet entdeckt und in etwas wundervolles verwandelt zu werden.